Warum dein erster Hund kein Welpe sein muss

Wenn du noch nie eine Hund aufgezogen hast dann ist dies die großartige Chance Hunde kennenzulernen ohne das du gleich mit einen Welpen starten musst. Die Vorteile dieser Vorgehensweise sind unglaublich gut.

Als ich meinen Podcast "gutgemacht" noch über den Äther schickte, war eine Frage eines Hörers: "wie er den richtigen Welpen für sich finden würde?" Auf Nachfragen kam heraus, dass er noch nie einen Hund hatte und dieses "noch nie einen Hund gehabt zu haben", birgt ungeahnte Möglichkeiten es von Anfang an gleich richtig anzugehen. Warum?

Einen jungen Hund groß zu ziehen braucht Wissen. Es ist eine Sache mit ihm ins kalte Wasser zu springen, um dann einige Monate später festzustellen, dass es nicht harmoniert, der Hund einen über den Kopf gewachsen ist und dann im Tierheim landet. Die Tierheime in Deutschland sind voll mit genau solchen Hunden. Und genau solchen Geschichten. Traurig, denn Tierheim ist wie Knast für den Hund. Ein soziales Wesen wie den Hund ohne Grund - denn der Hund weiß nicht um seine Fehlerquote in seinem Ex-Zuhause - abzuschieben ist in vielerei Hinsicht ein trauriger Zug. Eine andere Sache ist es - gleich den richtigen Weg einzuschlagen.

Und jetzt kommst du ins Spiel. Damit du deine unglaubliche Chance besser kennenlernst, liste ich dir hier einmal auf, was ein Welpe im ersten Jahr alles braucht: (und diese Liste ist keinesfalls vollständig)

  • in der ersten Woche empfehle ich mit dem Welpen nur zuhause und im Garten zu bleiben
  • Während der ersten 4 Wochen Dauerbetreuung (alleine sein kann er noch nicht)
  • Regelmäßig raus zum Pippie machen (für eine schnelle Stubenreinheit empfiehlt sich alle zwei Stunden)
  • Jede Menge Aufmerskamkeit und Achtgeben
  • mehrfach am Tag füttern
  • Ruhephasen
  • Spielphasen
  • ab der 12 Woche den Hund langsam und angepasst sozialisieren auf Umwelt, andere Menschen und Gegenstände
  • Jetzt geht es schon los mit leichten und spielerischen Trainingseinheiten für Konzentration und Gehorsam
  • Die sogenannten Spaziergeheinheiten sind bis zum ersten Lebensjahr sehr kurz - wegen des Knochenwachstums

Das klingt sehr überschaubar stimmts? Und natürlich ist es auch machbar - aber es ist nie ideal. Und weil das vielleicht einfach klingen mag - oder man am Anfang immer denkt: ach das wird schon (das haben die Besitzer die ihre Hunde dann ins Tierheim gebracht haben sicherlich auch gedacht) Hier meine Top Ten Liste der Dinge, die schiefgehen könnten.

Was im ersten Jahr alles schiefgehen kann

Der Hund

  • bleibt nicht alleine und jault
  • wird ein Zaunkläffer
  • folgt nicht mehr sobald er andere Hunde sieht oder einen Jogger
  • jagt und hetzt alles was bei drei nicht auf den Bäumen ist
  • kommt nicht wenn man ihn ruft
  • hat sowieso irgendwie nicht viel mit einem zu tun
  • lebt sein eigenes Leben
  • zerkratzt die Türen und zerrbeißt Kissen sobald er alleine ist
  • knurrt wenn man an seinem Futternapf vorbei geht
  • knurrt der Hund sowieso immer sobald er Beute hat
  • hat Angst vor jegweglichen fremden Geräuschen
  • flüchtet wenn er einen anderen Hund sieht
  • dreht angeleint völlig durch
  • schleift einen an Leine durch den ganzen Ort

Das sind nur die gängigsten Fehlerquellen im ersten Jahr mit einem Welpen. Nicht weiter ausführen möchte ich, dass sich die Gesundheit des Welpens auch negativ entwickeln kann - denn je nachdem woher der Hund kommt, kann er sogar schon krank sein - oder eben krank werden. Krankheiten machen weder vor einem Mischling noch vor einem Rassehund halt.

Eine Geschichte dazu aus dem geliebten sozialen Netzwerk: Ein junger Welpe kam zu seinem Besitzer - der Hund war ein Rassehund aus einer Zuchtstätte. Schon bald bemerkten die ersten Besitzer, dass der Hund unglaublich viel trank. Ich muss "erste Besitzer" schreiben denn bis zum Ende der Geschichte wird der Hund noch 4x verkauft werden. Der Hund wurde zurück zum Züchter - mit dem Verweis auf eine Nierenerkrankung gebracht. Wir sprechen von einem Welpen. Der Züchter nicht dumm, versuchte den hübschen Welpen sofort wieder zu verkaufen, was auch gelang - 3 weitere Male sollte der Welpe zu neuen Besitzern kommen. Eine Nierenkrankheit hat nicht nur hohes Trinkaufkommen beim Hund zur Folge, sondern auch dass das mit der Stubenreinheit nicht immer klappt. Der Hund braucht stetig Medikamente und seine Lebenserwartung ist nicht besonders hoch. So die Diagnose.

Am Ende war der Welpe nicht nur Nierenkrank, sondern auch psychisch verstört. Jede neue Familie hatte wohl ihre ganz eigene Art dem Welpen klarzumachen, dass er stubenrein sein zu hat. Was, wenn es nicht geht, nicht geht. Der Welpe lebt jetzt bei einer Familie, die um ihn weiß - und die auch weiß, dass er nicht alt werden wird. Eine traurige Geschichte mit einem halben happy End - denn sicherlich wäre der Hund bald ins Tierheim abgeschoben worden.

Eine Welpe ist im ersten Jahr eine besondere Aufgabe

Das heißt, du müßtest dich bereits mit etwas auskennen, dass du noch nicht erfahren, gefühlt und gelernt hast. Das ist mist. Der viel, viel bessere und erfolgreicherer und glücklichmachendere Weg ist - einen ältere Hund aus dem Tierheim zu nehmen. Diese Tiere haben den Vorteil dass Sie meist schon allein bleiben sind - dankbar sind dass da wieder wer ist, Teilerzogen sind, stubenrein sind,

Ein älterer Hund aus dem Tierheim, ist immer ein Gewinn

Mit diesem Hund kannst und sollst du auf jeden Fall eine Hundeschule besuchen oder dir einen Trainer nehmen und lernen. Der Vorteil ist, du lernst unter entspannten Umständen. Ein älterer Hund beginnt ab 4 Jahren - und je nachdem wie hoch dein Welpenwunsch ist, kannst du dir einen noch älteren Hund oder eben einen mittelalten Hund aussuchen.

Ein weiterer Vorteil ist die Gesundheit des Hundes. Schon klar, auch ein Hund aus einem Tierheim kann krank werden - aber das Tierheimpersonal wird dir alles über den Hund berichten, was es bis dahin von ihm weiß. Ausserdem kannst du verschiedene Sportarten mit dem Hund ausprobieren - willst du später vielleicht mal apportieren oder doch eher Agility mit dem Hund machen? Das kannst du mit einem älteren Hund sofort ausprobieren. Dann das Geschlecht kommst du besser mit einem Rüden oder mit besser mit einer Hündin zurecht. Das ist nicht das gleiche!

Nur wer schon einmal beide Seiten geführt hat, weiß wovon ich spreche.

Mach dich glücklich, mach einen Hund glücklich

Einen Welpen auf dem Arm zu halten, ist ein schönes Gefühl - aber um die damit verbundene Verantwortung sollte man wissen. Einen Hund aus dem Tierheim abzuholen und nach hause zu führen, ist ein absolutes Glücksgefühl und macht jeden Tag aufs Neue glücklich.

Das heißt nicht, dass es einfach werden muss - auch der Hund aus dem Tierheim kann dich auf eine Probe stellen. Aber du sollst ja lernen. Lerne deinen Hund zu lesen. Kämpf dich rein in diese neue Beziehung. Besuche Seminare (ich empfehle die von Thomas Baumann)

Natürlich kannst du auch einen älteren Hund nehmen, der von privat abgegeben wird - nur auch hier würde ich vorher erst ein- zweimal mit dem Hund (und dem noch Besitzer) spazieren gehen um beide kennenzulernen. Anders als im Tierheim könnte man dir hier nicht die volle Wahrheit sage, warum der Hund abgegeben wird.

Die Vorteile auf einen Blick

  1. du lernst den Umgang mit Hunden
  2. du hast die Anfangsprobleme nicht
  3. du kannst vieles ausprobieren
  4. du machst einen Hund glücklich
  5. du machst dringend benötigte Erfahrungen im Umgang mit Hunden
  6. du machst bei deinem späteren Welpen viel mehr richtig
  7. du machst eigene Erfahrungen

Wenn du Zweifel hast, wie du vorgehen sollst - schreib mir einfach. Ach ja mein Podcast Hörer hat damals einen Hund aus dem Tierheim zu sich geholt. Eine mittelgroße Mischlingshündin. Er schrieb mir, dass es Liebe auf den ersten Blick war und das er jeden Tag einfach nur glücklich ist, wenn er in ihre Augen schaut. Das ist, was ich meine. Be happy.

Eine schöne Zeit wünscht dir Claudia von keinköter.de

 

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