Warum ist der Hund selbst schuld am Trockenfutter-Dilema?

Zugegben, ich liebe es über das "richtige Futter" zu diskutieren. Einfach deshalb weil man a.) niemanden überzeugen kann das Richtige zu tun und b.) weil mittlerweile keiner mehr weiß, was das Richtige überhaupt ist. Schuld an dem Ganzen hat der Hund selbst. Jawohl, du liest richtig der Hund selbst ist schuld an der ewigen "wie richtig füttern" Frage.

 

Der Hund hat nicht überlebt, weil er so nett ist - sondern weil er anpassungsfähig ist.

Welche Fütterungsformen kennst du?

  1. Restefutter
  2. Fleisch-Pansen-Gemisch
  3. Trockenfutter
  4. Dose (Feuchtfutter)
  5. Barfen oder Rohfüttern
  6. vegan ernähren
  7. Halb / Halb füttern

Kurz erklärt, damit sich die Diskussion auch richtig lohnt:

Restefutter beim Hund

War beginnend mit der Fleischfütterung die erste bewußte Fütterungsmethode. Der Hund bekam die Reste (wenn er überhaupt etwas bekam) was von dem meist kargen Essen damals übrigblieb - also Speisereste.

Fleisch-Pansen Gemisch

Man war übergegangen mit dem Restefutter auch Fleischabfälle und Pansen zu kochen und dem Hund zu verfüttern

Trockenfutter

Bereits 1864 brachte Purina in Amerika das erste Hundetrockenfutter auf dem Markt. Deutschland erwischte diese Neuigkeit dann Jahre später. Ab 1960 begann man auch hier zu Lande Trockenfutter herzustellen. Dazu kam ein nie mehr dagewesener Aktionismus: dem Hundebesitzer wurde weisgemacht, dass man ohne Trockenfutter den Hund nicht gesund ernähren kann.

Dose oder Feuchtfutter

Die Dose war in Amerika bereits vor dem Trockenfutter auf dem Markt - bis der Krieg kam und die Dosen ausgingen. In Deutschland erlebte dieser Trend ab den siebziger Jahren seinen Höhepunkt. Neben dem Trockenfutter verdrängte die Dose immer mehr das Restefüttern gepaart mit Fleisch-Pansen Gemisch.

Barfen oder Rohfüttern (PreyModell)

Nach der Dose kam die "natürlich füttern Bewegung" mehr und mehr in Gang. Der Slogan hieß: zurück zu der Basic der Ernährung. Trockenfutter wurde mehr und mehr verpönt und der Ruf nach "artgerechter Ernährung" wurde lauter. Daraus entstand das Barfen, was nicht wörtlich übersetzt "erbrechen" bedeutet, sondern "biologisch artgerechtes rohes füttern". Barfen ist die Kombination von Fleisch / Pansen Innereien und Knochen im Zusammenspiel mit Kohlenhydraten, Obst und Gemüse. Barfen und Rohfüttern in einem Atemzug zu nennen gleicht einem kleinen Fauxpas. Denn Rohfüttern meint, was Rohfüttern aussagt: Diese Fütterungsart bezieht sich auf das gesamte Beutetier. Was aber schwer nachzustellen ist - es sei denn, du kaufst dir zum Hund ein Gehege mit Hasen und Hühnern und läßt den Hund einmal am Tag ein Tier selbst erlegen. Rohfüttern versucht ohne Zugabe von Obst und Gemüse oder sontiger Zusätze auszukommen...

Vegan oder vegetarisch füttern

Tja, auch das ist seit 2000 im Trend. Gott sei Dank hält sich die Nachfrage in Grenzen. Dieses Modell eifert eher dem des bewusst lebenden Menschen nach - der sich gegen die Massentierhaltung stellt. Warum der Hund da auch eingreifen und mithelfen muss, ist fraglich.

Halb / Halb füttern

Vollziehen jene, die sich zwischen barfen und Fertigfutter (Trockenfutter) nicht entscheiden können und deshalb morgens Fertigfutter (Trockenfutter) und abends Frischfleisch füttern. Das dies die schlechteste Art der Fütterung ist, aufgrund des unterschiedlichen Verdauungsprozesses muss sich auch noch erst rumsprechen.

Ein Streifzug durch die Ernährung des Hundes zeigt - er ist nicht klein zu kriegen

Warum ich Trockenfutter für keine gute Idee halte, erfährst du in meinem Artikel "Mein lang(sam)er Weg zur guten Hundeernährung" aber das Thema ist hier nicht - welches Futter ich empfehle, sondern: Welche Schuld der Hund selbst am Trockenfutter oder soll ich sagen am Geamtfutter Dilema hat? 90% der Hundeernährung in Deutschland besteht aus Trockenfutter - die restlichen 10% teilen sich die übrigen Fütterungsmöglichkiten.

Gegessen und verdaut wird - was auf den Teller kommt

Das könnte sein Motto sein. Ich fresse was du mir gibst und das Schlimme dabei: ich überlebe - und das Allerschlimmste: ich werde mich anpassen. Die größte Tugend des Hundes, seine Anpassungsfähigkeit wird ihm hier zum Verhängnis. Längst hat der Mensch herausgefunden, dass der Hund bereit ist, alles hinzunehmen und dabei noch versucht seine Bedürfnisse sogar in einer für ihn ungünstigen Situation zu erfüllen. Er wehrt sich nicht. Er verweigert kaum. Er passt sich an. Wahrscheinlich ist das auch der wahre Grund, warum wir ihn so lieben. Er ist uns zu ähnlich.

Die Essgewohnheiten des Menschen fallen mit dem der Hunde

Man kann die Entwicklung Mensch Hund nebeneinander stellen - in beiden Fällen verläuft die Ernährungsqualität nach unten in den Keller. Die Folge davon sind Krankheiten und zerstörter Lebensraum. Der Mensch nimmt es hin, wohl erkennend, wohin das führt - aber er hofft, dass es ihn nicht trifft, das er gesund bleibt oder er verdrängt einfach auch nur. Der Hund weiß von alledem nichts. Seine größte Schuld an dem Dilema Ernährung ist, dass er ebenfalls überlebt, nicht aufbegehrt, nicht flüchtet und nicht einmal verweigert. Am Ende trifft ihn dasselbe Los: Allergien und Krankheiten schon zu Lebzeiten.

Eine nachdenkliche Zeit wünscht dir Claudia von keinköter.de

Ich bin kein Köter

claudia von keinkoeter

hey ich bin's, Claudia. Die allermeisten Artikel, die du hier lesen kannst, sind von mir. Und alle Schreib- und Kommafehler auch.

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