
Es gibt viele Philosophien und Methoden, wie das mit dem Hund klappen könnte. Und vielleicht ist es größte "Thema", das uns Hundebesitzer:innen voneinander trennt: das wie.
Meine erste Frage, sobald ich einen Hund in Händen halte lautet: Was ist das Ziel - und danach: und wie komme ich da hin? Und schon sind wir wieder bei dem einen Thema...
Ein Trainer hat das vor langer Zeit zu einem meiner Hunde gesagt. Ich war erbost. Für mich war "Köter" damals eine echte Beleidigung.
Heute kann ich darüber lachen.
Das Wort "Köter" hat eine Bedeutung - und wir entscheiden, was wir daraus machen. Also sage ich heute: Lass uns "Kein Köter" daraus machen.
El Gomez hat mich geprägt - wie auch meine Hunde davor. Ich hatte ein Ziel, aber ich wusste noch nicht, wie ich es erreichen kann. Alle meine Hunde waren folgsam. Rückblickend möchte ich mich für mein Nichtwissen bei ihnen entschuldigen, ich habe nicht immer fair agiert - eher menschlich.
Gleichzeitig fällt mir auf, dass wir in bestimmten Jahrzehnten leben, was Hundeerziehung betrifft. Bis dato war es das Impulskontrollen-Jahrzehnt. Gerade wechselt dieses in das Grenzen-setzen Jahrzehnt.
Veränderungen im Hundetraining dauern deshalb lange, weil sie vor allem mit den Fähigkeiten der Menschen zu tun haben - weniger mit dem Hund.

Sie waren einfach da. Ich bin mit meiner Familie und zwei Schäferhunden aufgewachsen. Hunde gehörten zum Alltag - nicht auf ein Podest.
Vielleicht ist genau daraus mein Blick auf Hunde entstanden: Ein Hund ist kein Projekt. Aber er ist auch kein Selbstläufer und es braucht mehr als eine Belohnung oder Grenzen setzen, um ihn gut in unseren Alltag zu integrieren.
Frage 03
Ich möchte, dass mein Hund sich an mir orientiert, weil er sich sicher fühlt. Ich möchte sein Leben sinnvoll in meinen Alltag integrieren - so, dass er Freiheiten hat, die man wohl unter dem Begriff "Hund sein kann" einordnet.
Dabei ist dieser Begriff mir fremd. Mein Hund ist immer Hund nur gefördert in seinen Fähigkeiten.
Andererseits kann man mir durch meine Art der Erziehung auch Kontrollsucht vorwerfen. Das liegt alles sehr nah beieinander. Mein Ziel ist: der freie Hund, der trotzdem folgt.
Der Satz ist pure Philosophie. Während manch einer glaubt, den Hund in einer Stunde am Wochenende in einer Hundeschule Alltags-fit machen zu können - überrollt ihn mein Satz.
Der Hund kommt in dein Haus? Schön. Er beginnt ab jetzt zu lernen. Er lebt im Hier und Jetzt. Nirgends sonst. Wie einfach ist Erziehung, wenn man sich diesen Satz immer in Erinnerung bringt, oder?
Frage 04
ist noch kein Weg
El Gomez. Mit ihm begann mein Weg ins Dummytraining. Was zunächst nur als Auslastung für den Hund gedacht war, wurde bald zu einer Faszination der Möglichkeiten. Leider nicht mit El Gomez, denn der brach seine Dummykarriere in einem F-WT einfach ab.
Dummyarbeit ist Beobachtung, Timing, Technik und Zusammenarbeit.
Ich habe gelernt genau hinzusehen: Was passiert gerade wirklich? Was braucht der Hund? Und welchen Anteil habe ich an dem, was da draußen passiert?

Jahre Dummytraining
Field Trial Labradore
Philosophie
Ideen, Probleme zu lösen
Frage 05
Das ist der schwerste Antwort und gleichzeitig der beste Schritt, den man gehen kann. Wenn du verstehst, wie Verhalten entsteht und wodurch es wahrscheinlicher wird (das der Hund tut, was du möchtest das er tut), kannst du kleinschrittig aufbauen und richtiges Verhalten belohnen.
Dann brauchst du vieles von dem anderen Gedöns gar nicht mehr. Nicht, weil Grenzen-setzen grundsätzlich verboten wäre, sondern weil du nicht erst reparieren musst, was du vorher sinnvoll aufgebaut hast.
Es gibt Trainer, die trainieren eine Stunde. Und ich möchte, dass du besser wirst und manchmal bleibt mir dafür nur eine Stunde Zeit.
Hundeerziehung fängt bei der Fähigkeit an, es selbst bei sich anzuwenden und dann auf den Hund zu übertragen. Ich wünsche mir, dass ich genau das an meine Teilnehmer:innen weitergeben kann und das ganze noch mit Spaß am Tun.
Frage 06
Der Hund lernt immer.
Die Frage ist, was?
Dieser Satz ist ein Slogan zum auf's Shirt drucken. Er ist eine tägliche Erinnerung an jede Hundebesitzer:in: "Erinnere dich, es gibt noch was zu tun."

Mit jeder neuen Übungseinheit, jedem neu erlernten Signal steht der Hund erst einmal wieder auf null.
Natürlich lernt er mit der Zeit unser "System" kennen: wie wir ihm etwas beibringen - trotzdem muss es sich jedes mal für ihn anfühlen, als würde man uns mit verschlossenen Augen das ABC beibringen.

Heute arbeite ich am liebsten mit Menschen, die ihren Hund nicht einfach passend machen wollen. Ich bringe meine Erfahrung aus dem Dummytraining mit einem breiteren Blick auf Verhalten, Körpersprache, Alltag und Aufbau zusammen.
Was mich interessiert, ist nicht der perfekte Auftritt in einer einzelnen Trainingseinheit. Mich interessiert, was im echten Leben trägt und wie man es formt.
eine persönliche Seite über Hunde, Menschen und die vielen kleinen Entscheidungen, aus denen gemeinsames Leben entsteht.
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Nicht mehr, aber auch nicht weniger!